Verfasst von: Sebastian in: 10. September 2007
Der Papst hat Österreich besucht, und ich möchte ihn mit Aufmerksamkeit durch meinen Blog beehren, um das Klima der Kritiklosigkeit ein bisschen zu brechen. Ganz wichtig ist: Bitte schreibt mir eure Kommentare – ob Zustimmung, Ablehnung oder Ergänzung zu meiner Meinung! (Man braucht sich nicht anmelden, um zu kommentieren!)
Ich habe schon zwei weitere Themen geplant – mal sehen.
Das erste Thema nimmt mir Helge Fahrnberger schon ein bisschen vorweg.
Steuerfinanzierter Religions-Großevent
Ist Österreich ein sekulärer, also religions-unabhängiger Staat? Ich habe in der Bundesverfassung keinen Hinweis darauf gefunden, aber auch nicht besonders genau geschaut. Einiges spricht jedenfalls dagegen, hier fließen meine Schul-Erfahrungen maßgeblich mit ein:
Darüber hat vermutlich noch nie jemand diskutiert. In einem säkularen Staat, wie der Türkei, sind religiöse Zeichen in öffentlichen Gebäuden verboten. Bei uns werden sie nicht nur geduldet, sondern auch staatlich finanziert. Aber wehe, es handelt sich nicht um ein Kreuz, sondern ein Kopftuch.
Jetzt, da der Papst in Österreich war, wird uns das wieder deutlich gemacht.
Der Papst kommt in einem religiösen Mega-Volksfest nach Österreich, und lässt sich das von den Steuern bezahlen. Obwohl ich weder mit der Meinung des Papstes übereinstimme noch ein Interesse daran habe, den Papst zu sehen, finde ich das grundsätzlich akzeptabel.
Nicht jede Ausgabe der Repuplik Österreich muss von mir authorisiert werden, es gibt genügend Dinge, die ich nicht vernünftig finde.
Nur: Wenn sich der Papst über Steuergelder freuen darf – dürfen das dann auch Buddhistische, Muslimische oder Hinduistische Würdenträger? Der Dalai Lama darf das vermutlich tatsächlich, da der Buddhismus als vermutlich einzige „glaubwürdige“ Religion eine „Feel Good“-Aura hat, der man nichts entgegenzusetzen hat. Aber Moslems? Dürften hohe Imame auf Steuerkosten durch das Land gekarrt werden?
Worum es mir geht? In Österreich herrscht eine Doppelmoral. Nur, weil 75% der österreichischen Bevölkerung deklariert römisch-katholisch ist, scheint der Staat auf diese 75% ausgerichtet sein.
Ein Interesse, das zu ändern, gibt es in der Öffentlichkeit kaum.
Europa’s Gemeinsamkeit ist zwar teilweise das Christentum, aber primär dadurch, dass sie die Grauen des Mittelalters erst ermöglicht hat und damit für viele Kriege und Verbrechen mit verantwortlich ist.
„Europa“ darf nicht für eine religionisierung der Politik herhalten müssen!
[...] angekündigt, folgt hier ein zweiter Post zum Papst-Besuch, nachdem ich im ersten Post über die Trennung zwischen Staat und Religion gesprochen [...]
[...] Heute geht’s um die Fristenlösung – die ersten Beiträge zum Papstbesuch handelten von der mangelhaften Trennung zwischen Staat und Religion und der zu wenig kinderfreundlichen Gesellschaft. In Europa ist zuerst der Begriff der [...]